Allgemein und vorweg

Geschrieben am 01.01.2020
von Ines Kosin

Viele Halter fürchten sich davor. Oft hört man von verschiedenen Quellen, die Starre sei gefährlich. Gerade im Frühjahr liest man häufig von Todesfällen während oder kurz nach der Starre. Auch manche Züchter oder Tierhandlungen raten davon ab, weil es so gefährlich sei. Doch es ist immer leicht, von negativen Dingen zu berichten als die positiven Vorteile zu sehen bzw. die Hintergründe unerfragt stehen zu lassen. Mutter Natur sortiert kranke Schildkröten während des Winters aus, das stimmt. Das bedeutet aber nicht, dass die Winterstarre gefährlich ist, sondern die Krankheit. Daher ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass die Schildkröten gut gehalten werden, um Krankheiten vorzubeugen. Jährliche Kotproben stellen außerdem eine schnelle, leichte und kostengünstige Untersuchungsmethode dar. Gesunde Schildkröten überleben die Starre, gesund und munter tauchen sie im Frühjahr wieder auf, auch die jüngsten unter ihnen. Ich sage immer gerne, die Starre ist wie Urlaub. Jeder freut sich auf Ferien oder Urlaub. Man genießt die Zeit und sammelt neue Kräfte. Man „fährt runter" und kann danach wieder neu durchstarten. Ähnlich ist es bei Schildkröten. Wenn sie von Frühjahr bis Herbst „arbeiten“, brauchen sie eine Pause. Und diese bekommen sie über die Winterstarre, wo sie „runterfahren“ können. Rein theoretisch kann man auch auf die Starre verzichten. Es kann mehrere Jahre gut gehen, aber wie auch wir irgendwann an ein BurnOut kommen würden ohne Pause, so streikt irgendwann auch der Schildkrötenkörper. Abgesehen davon, dass sie Starre selbst wichtig ist, so hat man hier auch keine Probleme mit Nahrung und Temperaturen. Wer auf die Starre verzichtet, muss die Tiere im Haus halten, ohne natürliche Einflüsse und mit Ersatzfutter.