Winterstarre

Geschrieben am 01.01.2020
von Ines Kosin

Überwinterungsort

Beliebt ist hier der Kühlschrank, da man konstante Temperaturen halten und jederzeit einen Blick auf die Tiere werfen kann, viele Halter fühlen sich gut mit dem Gedanken, das sie slebst "alles unter Kontrolle" haben.

Auch beliebt, aber bei vielen Anfängern mit Sorge verbunden, ist die Überwinterung in einer Überwinterungsgrube. Hier graben sich die Tiere in einer vor Feinden geschützten Grube ein, die mit einer Deckelheizung vor Frost geschützt bleibt.

Gerne genutzt, aber oft falsch, ist die Überwinterung im Keller. Gewölbekeller eignen sich durchaus, "normale" keller sind heutzutage jedoch so gut isolieren, dass eine Temperatur von unter 8°C selten bis gar nicht gehalten werden kann.

Durchaus denkbar, aber gut überlegt sind Orte wie Schuppen, Abstellraum, Garage oder Dachboden. Wenn man solche Orte in Erwägung zieht, sollte man einen Winter lang ohne Tiere dies Probelaufen lassen um zu schauen, dass es weder zu warm wird noch die Gefahr von Frost gegeben ist.

Ungewöhnlich, aber gut denkbar ist die Überwinterung im Kellerschacht. Kälter als im Keller und doch wärmer als draußen können durchaus ideale Temperaturen gewährleistet sein. Vorsicht vor Feinden: Die Box muss gut gesichert sein !

Fazit: Auf jeden Fall sollten die Schildkröten auf lockerer Erde überwintern, gerne mit Laub oder Sphagnum Moos bedeckt und bei einer Temperatur von 2-7 Grad bzw. besser 4-6 Grad. Temperaturschwanklungen auf natürlicher Grundlage in der Überwinterungsgrube sind in Ordnung, im Kühlschrank, Keller oder ähnlich künstlichen Orten sollten konstante Temperaturen gewährlsietet sein. Ich selbst würde an erster Stelle die Überwinterungsgrube empfehlen, sie ist am naturnahsten, stressfrei und auch für den Schildkrötenhalter, sobald alles fertig gebaut und installiert ist, die einfachste Methode.



Während der Winterstarre sind Schildkröten starr, sie reagieren seeeehr langsam auf Berührungen, sind je nach Überwinterungsort tief in die Erde eingegraben oder starren nur oben drauf. Sie starren auf lockerer, feuchter Erde und sind mit Laub (Buche, Eiche) bedeckt, alternativ geht auch Sphagnum Moos, aber Vorsicht, hier neigt man gerne zur zu nassen Überwinterung und das wiederum wirkt sich gesundheitsschädlich aus!

Wer möchte, kann die Schildkröten zwischendurch wiegen, aber realistisch betrachtet nützt es wenig, denn Krankheit oder gar Tod kündigen sich nicht mit Gewichtsverlust an. Vielmehr ist es eine Methode, um haltungsfehler dadurch zu erkennen. Anders herum gilt: Wenn es nicht durchgehend wärmer als 7°C ist und die Erde locker, feucht ist, ist kein gewichtsverlust zu befürchten.

Der Kühlschrank muss mind. 3x die Woche für je 30sec. geöffnet werden. Bitte vermeiden Sie aufgrund des Unterdrucks, zwei Mal hintereinander die Tür zu öffnen, sofern sich Schildkröten im Inneren befinden. Ist sie einmal geschlossen und Sie müssen erneut nachschauen, warten sie bitte ein wenig für den Druckausgleich. Andere Überwinterungsorte müssen in der Regel nicht durchgelüftet werden.

Statt Boxen mit Deckel zu verschließen würde ich empfehlen, ein feuchtes Tuch drüber zu legen.

Schildkröten, die nicht eingegraben sind, können stichprobenartig zwischendurch mal begutachtet werden. Insbesondere beim Kühlschrank zum Ende des Winters ist das betzrachten des Bauchpanzers sinnvoll.

Insgesamt gilt für die Starre: Kleinere Kontrollen sind okay, aber im Grunde reicht abwarten. Geduldig sein ist schwer, die Gelassenheit kommt aber mit demn Jahren. Unterstützende Literatur kann Sorgen nehmen oder Situationen verstehen bzw. bereits getroffene Entscheidungen zum Überdenken anregen. Auch der Austausch in Facebook Gruppen mit anderen Haltern kann Sorgen nehmen und Fragen beantworten lassen.