Die Haltung

Geschrieben am 01.01.2020
von Ines Kosin

Bei der gesamten Haltung gilt, dass wir versuchen, den natürlichen Lebensraum nachzuahmen. Das bedeutet, dass wir uns ein Stück mediterranes Flair in den Garten holen, damit unsere Schildkröten dort die Bodenbeschaffenheit, Bepflanzung, Strukturierung, Temperaturen, Jahreszeiten, Wetter und Ernährung finden, wie sie es im natürlichen Lebensraum vorfinden würden. Natürlich ist es nicht zu 100% möglich, manches davon sogar nicht einmal sinnvoll, aber als grobe Faustregel ist es gut, sich den unberührten, natürlichen Lebensraum als Vorbild  zu nehmen. Das bedeutet nicht, dass wir Hotelanlagen, Landwirtschaft oder Touristengegenden als Vorbild nehmen sondern den Bereich, der noch möglichst vor dem Menschen geschützt wird. 


In erster Linie bedeutet es also, dass eine Innenhaltung nicht Bestandteil der Schildkrötenhaltung ist sondern der Schwerpunkt in der Außenhaltung liegt. In einem blickdicht abgegrenzten Bereich strukturieren wir das Außengehege mit Unebenheiten, Wildkräutern, Versteckpflanzen, Sonnenplätzen, Steinen, Schotterbereichen und weiteren Naturmaterialien. Ungeeignet dabei sind Rindenmulch, Pinienrinde, Sägespäne, Heu oder Buchenhack. Bitte verwenden Sie die Erde, die Sie bereits im Garten vorfinden. Bei Bedarf können Sie diese mit Sand vermischen oder mit Mutterboden aufwerten. An Steinen verzichten Sie bitte auf Feldsteine und Kies sondern greifen besser zu rauen Steinen wie Schotter, Splitt und Bruchsteinen. Versuchen Sie, bei der Gehegegestaltung den Ordnungssinn auszublenden, gestalten Sie stattdessen alles möglichst wild. Ziel ist es, neben dem Herholen des natürlichen Lebensraumes, dass sich die Schildkröten eher zufällig begegnen, leicht wieder getrennte Wege gehen können, sich Dank der vielseitigen Wildrkäuter selbst ernähren können und aufgrund der Struktur immer etwas zu tun haben, hier kommt keine "Langeweile" auf.
Bei Schildkröten, die weniger als 400g wiegen, sollte das Gehege nach oben hin geschützt werden, damit keine Vögel, Katzen, Hunde o.ä. hinein gelangen kann. Bei adulten Tieren nimmt die Anzahl an Gefahren deutlich ab, aber dennoch bleibt sie bestehen. So sollten Hunde niemals Zutritt haben dürfen und das Schlafen im Frühbeet vor nachtaktiven Feinden wie z.B. Ratten geschützt sein.



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