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Schnee im Frühling ... und nun ?

Geschrieben am 06.04.2021
von Ines Kosin


Die Schildkröten sind ausgewintert oder sollen ausgewintert werden ... und nun das: Schnee fällt oder Frost kündigt sich an. Raus ins Freigehege steht eher nicht an der Tagesordnung, ... und die Technik stößt an seine Grenzen. Da kommt die ein oder andere Frage auf wie "Müssen die Schidlrköten nun (nachts) rein geholt werden?"

Ich möchte dazu Folgendes sagen:
Wir haben zur Haltung allerlei Tipps, Tabellen, Richtwerte und Anhaltspunkte. Das ist alles richtig und wichtig. Aber es sind eben nur Anhaltspunkte und nur als dauerhaftes Ideal angesehen. Die Natur unterliegt aber natürlichen Schwankungen und dementsprechend stößt entweder die Technik mal an ihre Grenzen oder umgekehrt, das Frühbeet droht zu überhitzen. Solange die Schildkröte nicht in Lebensgefahr ist und Ausreißer nicht zur Normalität werden, dürfen solche Schwankungen aus meiner Sicht zugelassen werden.  Das heißt wenn in der einen Woche die Schildkröten bei 25°C und Sonnenschein im Gehege spazierten und nun plötzlich Schnee und Frost einziehen, dann kann man kaum etwas gegen tun, was aber ohne negative gesundheitliche Folgen ist. Das muss man auch gar nicht, denn es ist nur ein Übergang. Solche Perioden dauern meist nur wneige Tage an, ehe es wieder "normal" wird. Die Technik bleibt weiterhin in Betrieb, das heißt tagsüber kann die Lampe genutzt werden und nachts bleibt es frostfrei. Solange man nicht in zweistellige Minusgrade kommt, müsste eure Technik das ausgleichen können. Wenn nicht, kann man zusätzlich mit Styrodur, Noppenfolie, Stroh oder Decken isolieren. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Teelichtöfen zu bauen und damit außer Reichweite der Schildkröten das Frühbeet zu erwärmen. 

Auf eine Innenhaltung umzusteigen oder nur nachts die Tiere ins Haus zu holen würde ich erst einmal abraten. Es ist wie gesagt nur ein Übergang, und übergangsweise mal abweichende Temperaturen zu haben ist eben auch Teil der Natur. 

Als Anhaltspunkt könnt ihr außerdem regelmäßig das Wetter beobachten und vergleichen, wie weit entfernt eure Temperaturen im Frühbeet eigentlich vom mediterranen Raum haben, um auch hier einen groben Anhaltspunkt zu haben, was noch natürlich ist und was nicht.

Nur wenn das Wetter mind. 3 Tage lang nachts unter 8°C kalt ist und ihr keine Möglichkeit habt, diese auf 10°C anzuheben (auch hier wieder: das sind nur ungefähre Werte, woran ihr euch orientieren könnt), dann kann es tatsächlich sinnvoll sein, hier ein wenig sich andere Optionen im Hinterkopf zu behalten wie z.B. das Übernachten im Schuppen oder Keller (nicht im Wohnzimmer, es soll ja nachts schließlich kälter sein als tagsüber) außer Reichweite von Ratten & anderen Feinden. Bitte verzichtet bei solchen Notfällen wie gewohnt auf das klassische Terrarium. Versucht auch hier ein Stück Natur nachzuahmen, indem es weder zu warm ist noch der Bodengrund trocken oder anderweitig ungeeignet.