Einzel- oder Gruppenhaltung?

Geschrieben am 01.01.2020
von Ines Kosin

Schildkröten sind Einzelgänger, ... so steht es oft geschrieben und ist in aller Munde. Aber bedeutet Einzelgänger auch gleich Einzelhaltung? Nein, im Grunde hat das eine nichts zwangsweise etwas mit dem anderen zu tun. Einzelgänger bedeutet nämlich nicht, dass Artgenossen schaden sondern vielmehr, dass Schildkröten sich nicht gegenseitig schützen, auf Nahrungssuche gehen, die Nähe im Sinne von Schutzbedürfnis oder Kuscheleinheiten nutzen oder sonst direkt sich gegenseitig brauchen, es gibt keine Anführer und generell kein Rudelverhalten. 



Allerdings benötigen Schildkröten trotzdem Artgenossen, um ein gesundes, natürliches Sozialverhalten zu lernen im Rahmen der sogenannten Prägung. Insbesondere in den ersten Lebensjahren ist es von Bedeutung, nicht nur grundsätzlich Artgenossen zu haben sondern diese von der selben (Unter-) Art. Durch das Zusammenleben mit Artgenossen wird es den Schildkröten ermöglicht, auf natürliche Weise Rangordnungen auszuleben, gemeinsam Zeit zu verbringen oder getrennte Wege zu laufen. Im Rahmen eines gut strukturierten Geheges laufen sich die Tiere eher zufällig über den Weg, können gemeinsam Zeit verbringen und anschließend wieder getrennte Wege gehen. Schildkröten, die hingegen einzeln leben, insbesondere in den ersten Lebensjahren und in Verbindung mit Innenhaltung entsteht ein unnatürlich aggressives Verhalten. Solche Tiere gelten später als schwer vermittelbar.